Hildegard Scherer

PD Dr. theol. Hildegard Scherer

Lehrstuhlvertretung für Neutestamentliche Wissenschaften

Alte Schanfiggerstr. 7
CH-7000 Chur

+41 81 254 99 72
hildegard.scherer@thchur.ch

Curriculum

geboren: 29.07.1975 in Marktheidenfeld (D)

Studium

1995–1998 Kath. Theologie/Englisch für Lehramt an Gymnasien, ab 1996 Kath. Theologie (Diplom) im Doppelstudium an der Universität Würzburg

1998–1999 Theologisches Studienjahr an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Dormition Abbey, Jerusalem/Israel

1999–2001 Weiterstudium der o. g. Fächer an der Universität Münster

2001 Diplom in Katholischer Theologie an der Universität Münster

2002 Erstes Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien an der Universität Würzburg

2010 Promotion im Fach Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster

2014–2015 Postgraduierte Weiterbildung Wissenschaftsredaktion am mibeg-Institut Medien, Köln

2015 Habilitation und Venia legendi für das Fach Neues Testament an der Universität Bonn

Beruf

2002–2003 Pastoralkurs der Diözese Würzburg

2003–2007 Pastoralassistentin der Pfarrei St. Laurentius/Ökumenisches Zentrum, Würzburg-Lengfeld

2007 Zweite Dienstprüfung der Diözese Würzburg für Pastoralreferent/-innen

2007–2010 Geistliche Leiterin der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), Diözesanverband Würzburg

2010–2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Exegese des Neuen Testaments, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster (Prof. Dr. M. Ebner)

2012–2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Neutestamentlichen Seminar, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn (Prof. Dr. M. Ebner)

ab 01.09.2015 Vertretung des Lehrstuhls für Neutestamentliche Wissenschaften an der Theologischen Hochschule Chur, Schweiz
Juni/Juli 2016 zusätzlich Lehrauftrag für Neues Testament an der Universität Tübingen, Kath.-Theol. Fakultät

Ehrenamt

1995 Kirchenmusikprüfung C, Diözese Würzburg

2007–2010 Projektmitarbeiterin „Europastipendium“, 2008–2010 Vorstandsmitglied der Ökumenischen Stiftung Jerusalem

Publikationen

Monographien

Geistreiche Argumente. Das Pneuma-Konzept des Paulus im Kontext seiner Briefe (NTA NF 55), Münster 2011.

Rezensionen: F. Bianchini in: Bib. 93 (2012) 461–464. –F. W. Horn in: ThLZ 137 (2012) Sp. 682–684. – T. Jantsch in: ThRv 108 (2012) Sp. 467–469 . – F. Blischke in: BZ 57 (2013) 299–301.

Königsvolk und Gotteskinder. Der Entwurf der sozialen Welt im Material der Traditio duplex (BBB 180), Göttingen 2016.

Aufsätze und Beiträge

Haus-Frauen-Geschichten. Die beiden Mutterfiguren in den Theklaakten, in: M. Ebner (Hrsg.), Aus Liebe zu Paulus? Die Akte Thekla neu aufgerollt (SBS 206), Stuttgart 2005, 110–123.

Charismen in Korinth. Das Konzept des Paulus, in: P. Rychterovà/S. Seit/R. Veit (Hrsg.), Das Charisma. Funktionen und symbolische Repräsentationen (Beiträge zur Histori-schen Kulturwissenschaft 2), Berlin 2008, 59–72.

Pompe und Bekenntnis. Zum Hintergrund von 1 Kor 12,1–3, in: BZ 55 (2011) 103–114.

Christliches Leben in der Diaspora, in: GuL 88 (2015) 125–132.

Access Prohibited? Spacing the Kingdom of God in Synoptic Traditions, in: J. Flebbe (Hrsg.), Holy Places in Biblical and Extrabiblical Tradition. Proceedings of the Bonn – Leiden – Oxford Colloquium in Biblical Studies (BBB 179), Göttingen 2016, 147–161.

Die Mühe der Frauen. „Charismatische Gemeindeleitung“ in Röm 6,6.12, in: BZ 60 (2016) 264–276.

Textkritik, in: M. Lau/N. Neumann (Hrsg.), Das biblische Methodenseminar. Kreative Impulse für Lehrende (utb 4612), Göttingen 2017, 28–43 (im Druck).

Linguistische Analyse, in: M. Lau/N. Neumann (Hrsg.), Das biblische Methodenseminar. Kreative Impulse für Lehrende (utb 4612), Göttingen 2017, 74–83 (im Druck).

Pragmatische Analyse, in: M. Lau/N. Neumann (Hrsg.), Das biblische Methodenseminar. Kreative Impulse für Lehrende utb 4612), Göttingen 2017, 154–174 (im Druck).

Gewalt bewältigen. Neutestamentliche Perspektiven, in: J. Flebbe/G. K. Hasselhoff (Hrsg.), Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Aspekte des Verhältnisses von Religion und Gewalt (Kirche – Konfession – Religion 68), Göttingen 2017, 69–90.

Paarbeziehungen in neutestamentlichen Erzähungen, in: M. Arnold u. a, Familie im Brennpunkt. Überlegungen und Positionsbestimmungen anlässlich der Bischofssynode zum Thema Familie (Theologische Berichte 37), Freiburg i. Ue. 2017, 154–184.

Familie im Neuen Testament, in: Das Heilige Land 149 (2017) 12–17.

Coherence and Distinctness. Exploring the Social Matrix of the Double Tradition, in: M. Müller/H. Omerzu (Hrsg.), Gospel Interpretation and the Q-Hypothesis (International Studies in Christian Origins), London (angenommen).

Der Brief an die Epheser (Eph). Erwählung verpflichtet, in: E. Ballhorn u. a. (Hrsg.), Anfänge. De 73 Ouvertüren der Bibel, Gütersloh (angenommen).

Tagungsbeiträge und Workshops

Wer sind wir, und wenn ja, wozu? Workshop, Symposion „Zum Stand der synoptischen Frage“, Lehrstuhl für Biblische und Historische Theologie, Universität Wuppertal, 19.05.2015.

Coherence and Distinctness. Exploring the Social Matrix of the Double Tradition, Keynote lecture, Konferenz „Gospel Interpretation and the Q-Hypothesis“, Abteilung für Biblische Exegese, Theologische Fakultät, Universität Kopenhagen, Roskilde/DK 21.–24.06.2015 (wird veröffentlicht).

Gott und die Feinde. Traditionen und neutestamentliche Vernetzung von Q 6,28, Konferenz „Gebet im Spruchevangelium Q“,  Institut für Bibelwissenschaften, Katholisch-Theologische Fakultät, Karl-Franzens-Universität Graz, 23.–25.03.2017.

Rezensionen

G. N. Stanton/B. W. Longenecker/S. C. Barton (Hrsg.), The Holy Spirit and Christian Ori-gins (FS J. D. G. Dunn), Grand Rapids (MI) 2004, in: BZ 50 (2006) 267–269.

A. Cornils, Vom Geist Gottes erzählen. Analysen zur Apostelgeschichte (TANZ 44), Tü-bingen 2006, in: BZ 52 (2008) 137–138.

P. Hoffmann, Jesus von Nazaret und die Kirche. Spurensicherung im Neuen Testament, Stuttgart 2009, in: ThRv 107 (2011) Sp. 20–21.

H. Frankemölle, Das Matthäusevangelium. Neu übersetzt und kommentiert, Stuttgart 2010, in: ThRv 107 (2011) Sp. 292–293.

J. R. Levison, Filled with the Spirit, Grand Rapids (MI) 2009/V. Rabens, The Holy Spirit and Ethics in Paul (WUNT II 283), Tübingen 2010/R. J. Morales, The Spirit and the Restoration of Israel (WUNT II 282), Tübingen 2010, in: BZ 56 (2012) 303–307.

K. Liljeström (Hrsg.), The Early Reception auf Paul (Publications of the Finnish Exegeti-cal Society 99), Helsinki 2011, in: ThRv 109 (2013) Sp. 27f.

M. Bockmuehl, The Remembered Peter in Ancient and Modern Debate (WUNT 262), Tübingen 2010, in: BZ 57 (2013) 306–309.

C. Tuckett, From the Sayings to the Gospels (WUNT 328), Tübingen 2014, in: BZ 60 (2016) 134–136.

M. Tiwald (Hrsg.), Q in Context. Part I: The Separation between the Just and the Unjust in Early Judaism and the Sayings Source/Die Scheidung zwischen Gerechten und Ungerechten in Frühjudentum und Logienquelle, Göttingen 2015, in: ThLZ 142 (2017) 69.

C. Jacobi, Jesusüberlieferungen bei Paulus? Analogien zwischen den echten Paulusbriefen und den synoptischen Evangelien (BZNW 213), Berlin 2015, in: BZ (angenommen).

Veröffentlichungen zur Praxisarbeit

Interkulturelle Begegnungen – Projekttage mit einer 10. Hauptschulklasse, in: Regens-burger RU-Notizen 2/2004, 52–59.

Von der Versuchung, frei zu sein. Wortgottesfeier zur Fastenzeit mit Impulsen aus dem Film „Chocolat“, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Fasten und Feiern, Düsseldorf 2009, 96–100.

Passionsszenen. Ein Nachklang zur Karfreitagsliturgie, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugend-gottesdienste – Über den Tod hinaus, Düsseldorf 2009, 54–60.
(zusammen mit M. Vetter:) Der verwandelnden Nacht auf der Spur. Nachtmeditation am Karsamstag, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Über den Tod hin-aus, Düsseldorf 2009, 72–77.

Auf der Suche nach dem Glück. Eine spirituelle Wanderung zu Neujahr, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Gott kommt an!, Düsseldorf 2009, 86–90.

Geliebter Sohn, geliebte Tochter – You never walk alone. Eine Eucharistiefeier zum Fest „Taufe des Herrn“ mit Einzelsegen, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Gott kommt an!, Düsseldorf 2009, 104–108.

Schulprojekt „Training 2009“. Goetheschule goes CAJ, in: RU-Kurier. Handreichungen für Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Diözese Würzburg 35 (2009) 16.
(zusammen mit S. Büttner und G. Kirchner:) Rituale für die Heilige Woche (kja Kon-zept), Würzburg 2009.

Draußen unterwegs. Eine Früh- oder Spätschicht ohne „Dach über dem Kopf“ (Ort: Ob-dachlosenheim), in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Hier und Jetzt?, Düsseldorf 2011, 65–67.

Madeleine Delbrêl – mittendrin. Eine Wortgottesfeier mit Fotografie (nicht nur) für Mädels, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Helden und Heilige, Düssel-dorf 2013, 66–72.

Wenn’s brennt. Eine Segensfeier am (Lager-)Feuer, in: C. Schramm (Hrsg.), Jugendgottesdienste – Umsonst und draußen, Düsseldorf 2014, 76–78.

 

Mitarbeit bei den Lesepredigten für Gottesdienstbeauftragte, Fortbildungsinstitut der Diözese Würzburg, www.liturgiereferat.bistum-wuerzburg.de/texte-und-informationen/materialien/lesepredigten

Forschung

Forschungsschwerpunkte

Das Material der Traditio duplex: Distinktion und Kohärenz

In der Frage nach dem Verhältnis der Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas gerät das bisher dominierende Lösungsparadigma der „Zwei-Quellen-Theorie“ mit seiner Annahme einer hypothetisch zu rekonstruierenden „Spruchquelle Q“ unter Kritik. In dieser Problemlage empfiehlt sich ein konsequent textbasierter Untersuchungsweg, der fragt, inwieweit sich das bei Lk und Mt über Mk hinaus überlieferte Textmaterial als kohärent und gegenüber anderen Textzusammenhängen, v. a. der mk Tradition, als eigenständig profiliert erweist.

In der Habilitationsschrift „Königsvolk und Gotteskinder“ (Bonn 2014) ist die Frage anhand der sozialen Kategorien untersucht worden. Forschungsaufgabe ist nun, weitere aussagekräftige Parameter zu eruieren (z. B. den Schriftgebrauch) und entsprechende Analysen durchzuführen.

Geplante Aktivitäten:

  • Veröffentlichung des Konferenzbeitrags: Gott und die Feinde. Traditionen und neutestamentliche Vernetzung von Q 6,28, Konferenz „Gebet im Spruchevangelium Q“, Institut für Neutestamentliche Bibelwissenschaft, Kath.-Theol. Fakultät, Universität Graz, 23. – 25.03.2017.
  • Markus Tiwald, Die Logienquelle. Text, Kontext, Theologie, Stuttgart 2016, in: BZ.
  • Konferenzbeitrag: Testing Biblcal Traditions in Q: Coherence and Distinctness? SBL Annual Meeting, Boston (MA), 18.-21.11.2018.

Paarbeziehungen im Neuen Testament

Christliche Vorstellungen von Paarbeziehungen, die u. a. vom Neuen Testament ausgehen, prägen die aktuelle Diskussion und damit auch die Lebensmodelle von Paaren im Hier und Jetzt. Die entsprechenden Texte aus dem NT bedürfen einer exegetischen Analyse und einer Platzierung in ihrem kulturellen Umfeld.

Geplante Aktivitäten:

  • Forschungsphase

Forschungstransfer

Ziel des Projekts ist es, exegetisch-wissenschaftliche Er-kenntnisse in didaktische Prozesse sowie in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs einzuspeisen. Dabei kann auf eine qualifizierte schulbezogenen Ausbildung im Rahmen der Ausbildung zur Pastoralreferentin, auf Praxis in Schule und Erwachsenenbildung, auf hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung sowie auf die postgraduierte Weiterbildung „Wissenschaftsredaktion“ des mibeg Instituts Medien, Köln (2014/15), zurückgegriffen werden.

Geplante Aktivitäten:

  • Beitrag: Einleitung in das Neue Testament, in: E. Gaß u. a. (Hg.), Theologie im Übergang, Regensburg (geplant 2017).
  • „Dieser Fresser und Säufer …“ (Mt 11,19 par) – Die Mähler Jesu. Menschen willkommen heißen, Grenzen überwinden und das anbrechende Gottesreich feiern, in: S. Bieberstein (Hrsg.), Essen und Trinken (FrauenBibelArbeit 39), Stuttgart 2018. (Konzeption einer Bibelarbeit, wenn möglich mit einem Team von Studierenden der THC)
  • Beitrag zu einem Lehrbuchprojekt: Umwelt des Neuen Testaments: Palästina (gemeinsam mit AT und Vorderasiastischer Archäologie).
  • Erschließung der Qualifikationsarbeiten  für ein breiteres Lesepublikum.

Obscura

Manche Formulierungen des Neuen Testaments rufen erhebliche Verständnisschwierigkeiten und kontroverse Deutungen hervor; bei anderen habe sich durch eine unbewusste Rezeption dagegen mögliche Sinnpotentiale im Laufe der Forschungsgeschichte verdunkelt. Da solchen Schwierigkeiten im Rahmen übergreifender Fragestellungen oder Kommentierungen kaum im Einzelnen nachgegangen werden kann, ist die Exegese hier auf Detailanalysen angewiesen.

Geplante Aktivitäten:

  • „Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten!“ (Mk 12,38). Markinische Erzählfiguren hinter einer mächtigen Übersetzungsgewohnheit (beruhend auf: Habilitationsvortrag Bonn, 20.05.2015)

 

Vorlesungsunterlagen