Jahresbericht Studienjahr 2025/2026

Geleitwort

Mikrooptimismus: in einer krisenhaften Gegenwart tritt der Begriff gegen das verbreitete Gefühl der Ohnmacht an und setzt auf positive Entwicklungen im Kleinen. So kursierte er auch bei einer Studienwoche zum Thema «Zukunft erforschen – Kirche gestalten» an der TH Chur. Zwar lässt sich weder in globalen Herausforderungen noch in Zukunftsfragen der Kirche auf umfassende Analysen und Strategien verzichten. Der Mikrooptimismus begegnet aber der Lähmung. Selbst wenn eine grosse Lösung (noch?) unabsehbar ist, ist es sinnvoll, hier und jetzt das Mögliche zu tun, um Lebensverhältnisse positiv zu gestalten.

Als akademischer Ort theologischer Wissenschaft und Forschung ist die TH Chur der Grundsatzreflexion verpflichtet. Diese kann nicht gleich auf Handlungsrelevanz schielen. Gerade angesichts der prekären Zukunft von Theologie und Kirche bedarf es sorgfältiger Problemdiagnosen.

Zugleich ist eine mikrooptimistische Einstellung heilsam. Die Frage, was der christliche Glaube in unserer Zeit zu sagen hat, lässt sich nicht im grossen Wurf beantworten. Theologiestudierende können aber erfahren, wie ihnen die philosophische und theologische Reflexion neue Horizonte eröffnet. Sie erschliesst Ressourcen, um je und je eine Sprache für die Verkündigung und Orientierungspunkte für aktuell anstehende Fragen zu entwickeln. Wer sich auf einen pastoralen Dienst vorbereitet, darf vertrauen, dass es sich lohnt, Menschen im Glauben zu begleiten und kirchliche Orte zu gestalten.

Vorauszusetzen ist in all dem ein qualitativ gefüllter Begriff von Optimismus: Gemeint ist nicht die passive Erwartung, dass schon alles gut herauskommen wird. Vielmehr ermutigt der Mikrooptimismus dazu, sich beherzt zu engagieren in der Zuversicht, dass aus kleinen Schritten Zukunft wächst.

Ein solch engagierter Mikrooptimismus treibt uns an der TH Chur dazu, den Studienort und das theologische Studium so zu gestalten, dass darin etwas von der Faszination der Theologie, von der Tragfähigkeit des Glaubens und von der gemeinsamen Sendung der Christinnen und Christen aufleuchten kann.

Rektorin Eva-Maria Faber

 

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Ereignissplitter

  • Dies academicus 2025
  • Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Lisa Kühn (Liturgiewissenschaft)
  • Tagung: «Mystik und Reformation im helvetischen Kontext»

Faltbroschüre Jahresbericht 2025/2026