Markus Müller

Prof. Dr. Markus Müller

Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patristik

Alte Schanfiggerstrasse 7
CH-7000 Chur

Telefon: +41 81 254 99 69
E-Mail:
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Curriculum

seit 2026 Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Chur.
2022–2026 Juniorprofessor für Historische Theologie in der Fachgruppe Katholische Theologie an der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal. (Erfolgreiche Zwischenevaluierung im März 2025.)
2018–2022 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte in Mainz (Prof. Dr. Irene Dingel).
2014–2018 Wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Claus Arnold).
2010–2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Kirchengeschichte des Fachbereichs Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt a.M. (Prof. Dr. Claus Arnold).
2012–2014 Koordinator des DFG-Graduiertenkollegs 1728 «Theologie als Wissenschaft» ebenda.
2006–2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt «Religionspädagogik als Wissenschaft 1930–1975» an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen (Prof. Dr. Friedrich Schweitzer).
2000–2006 Studium der katholischen Theologie (Diplom) und der Erziehungswissenschaft in Tübingen und Salamanca (Spanien).
1999 Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Nürtingen.
1980 geboren in Nürtingen.

Publikationen

Wissenschaftlichen Publikationen via ORCID: 0000-0001-9953-9759

Software via GitHub-Repository: https://github.com/gedoensmanagement

Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Predigt, Schriftauslegung und Buchzensur im Europa des 16. Jahrhunderts
  • Digital Humanities und Kirchengeschichte, automatisierte Digitalisierung und Auswertung historischer Drucke
  • Geschichte der katholischen Pädagogik und Religionspädagogik/Katechetik im 20. Jahrhundert

Aktuelle Forschungsprojekte

Multiple konfessionelle Zugehörigkeiten? Rezeption und Zensur des Mainzer Dompredigers Johann Wild OFM (1495–1554)

Über die konfessionelle Zugehörigkeit des Mainzer Dompredigers Johann Wild ist sich die heutige Forschung ähnlich uneins wie die kirchlichen Zensoren des 16. Jahrhunderts. Die seit 1550 gedruckten Postillen und Bibelkommentare Wilds enthielten zahlreiche Paraphrasen und wörtliche Zitate von Theologen aller Konfessionen. Wild distanzierte sich zwar durchaus von den «Neuerern», rezipierte ihre Texte aber dennoch breit, solange sie ihm «katholisch» vorkamen. Während Wilds Texte in Mainz als musterhaft «katholisch» galten und sich in ganz Europa bestens verkauften, verdächtigten die kirchlichen Zensoren in Frankreich, Spanien und Italien Wild des «Lutheranismus». Sie erstellten daher «expurgierte», d.h. «von Glaubensirrtümern gereinigte» Neudrucke, die sich allerdings erheblich voneinander unterschieden. An diesen Differenzen lässt sich beobachten, wie unterschiedlich die «katholischen» Zensoren, je nach ihrem kulturellen, politischen und theologischen Kontext, die Grenze zwischen «Lutheranismus» und Rechtgläubigkeit zogen, obwohl sie sich alle der «katholischen» Seite zugehörig fühlten. Diese Pluralität der Zensuren erlaubt einen vergleichenden Blick auf die «Konstruktion von Konfessionen im Denken und Handeln» (Birgit Emich) der katholischen Zensoren in Europa und provoziert die Frage, wie hart der «harte theologische Kern» der katholischen Konfessionskultur nach dem Konzil von Trient faktisch war.

Die Quellen, die Wild beim Schreiben seiner Texte verwendete, und die Zensuren in den expurgierten Drucken der Texte Wilds lassen sich nur über umfangreiche Textvergleiche aufspüren. Um diese Textvergleiche zu automatisieren, wurde 2018–2021 ein digitaler Workflow (Transkribus und Python) entwickelt und veröffentlicht. Langfristig wird angestrebt, die gefundenen intertextuellen Beziehungen in einer digitalen Edition zugänglich zu machen.

(Für bereits publizierte Teilergebnisse vgl. Publikationen.)