Neue Lebensformen an Orten kontemplativer Gemeinschaften
Ein Forschungsprojekt der TH Chur und der Universität Zürich

Viele Ordensgemeinschaften stehen heute vor der Herausforderung, ihre Lebensorte, ihre Ordenstraditionen und -spiritualitäten in eine Zukunft zu überführen, in der die klassischen Lebensformen des Ordenslebens ihre Anziehungskraft verlieren.

Das Forschungsprojekt nimmt diesen historischen Moment zum Ausgangspunkt und untersucht, wie Gemeinschaften ihre Lebensorte und -formen für Menschen öffnen, die deren kontemplative Tradition weiterführen möchten, ohne jedoch die Ordenszugehörigkeit zu übernehmen oder in voller Weise zu teilen.

Das Projekt

Im Mai 2026 ist das Forschungsprojekt «Neue Lebensformen an Orten kontemplativer Gemeinschaften» gestartet. Es wird von der Jurt-Stiftung finanziert und von der Theologischen Hochschule Chur gemeinsam mit der Professur für Spiritual Care der Universität Zürich verantwortet, in Kooperation mit dem SPI St. Gallen.

Anhand ausgewählter Fallbeispiele dokumentiert und analysiert das Projekt, wie im Umfeld kontemplativer Gemeinschaften neue Formen des Zusammenlebens entwickelt und erprobt werden. Dabei werden Chancen, aber auch Schwierigkeiten und Spannungen solcher Übergänge gleichermassen in den Blick genommen.

  • Wie gehen langjährige Ordensmitglieder mit dem Wandel ihrer Gemeinschaft um?
  • Wie finden neu hinzukommende Personen ihren Platz?
  • Welche Formen der Verbindlichkeit tragen eine neue Gemeinschaft?

Die Analyse berücksichtigt theologische, soziologische, kirchenrechtliche und ökonomische Dimensionen. Sie soll für laufende Praxisprojekte Einsichten, Orientierungswissen und Vernetzung bieten.

Im August 2026 verzeichnete das Projekt einen ersten wichtigen Schritt: Die Ethikkommission für Forschung und Entwicklung Graubünden (EKFE-GR) hat das Vorgehen des Projekts als ethisch unbedenklich eingestuft. Damit ist der Weg frei für Interviews und teilnehmende Beobachtung in den beteiligten Klöstern und Gemeinschaften.

Das Forschungsteam

Mehr erfahren

Einen ersten Einblick in die Thematik bietet der Beitrag auf feinschwarz.net: «Sterben oder Transformation? Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Forschungswebseite.