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Theater "Enūma eliš"

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Warum gibt es etwas und nicht vielmehr nichts?

Im Stück Enūma eliš geht es um einen Schriftsteller, der ein Theaterstück über die Erschaffung der Welt schreiben müsste. Sein Problem? Er bringt kein Wort zu Papier. Die Zeit für das Schreiben und Proben des Stücks ist bereits vorbei, die Werbung hängt schon seit Tagen in der ganzen Stadt … Der Schriftsteller bekommt die ungebetene Hilfe seines «Gewissens», welches ihn auf eine Reise durch Raum und Zeit in die sagenumwobene Stadt Babylon mitnimmt.

Findet der Schriftsteller vielleicht in den hängenden Gärten Babylons die Inspiration, die er so dringend braucht, um endlich ihr Stück schreiben zu können?

Das Theaterstück setzt sich mit zwei Schöpfungsmythen auseinander, indem es den altbabylonischen Schöpfungsmythos Enūma eliš mit der bekannten Schöpfungsgeschichte Genesis aus der Bibel in Beziehung setzt. Die Idee zum Theater stammt aus den Vorlesungen in alttestamentlichen Wissenschaften bei Prof. Dr. Michael Fieger, in welchen lebhaft über den Anfang der Welt diskutiert und philosophiert wurde. Ausgehend aus der Vorlesungsreihe zu den antiken Schöpfungsmythen verfassten schliesslich René Schaberger und Claude Bachmann, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Michael Fieger, das Theaterstück Enūma eliš.

Aufführungen in der Kirche St. Luzi, Chur

  • 3. November um 20.00 Uhr (Première)
  • 4. November um 20.00 Uhr
  • 5. November um 18.30 Uhr
  • 6. November um 17.00 Uhr (Dernière)

Schauspieler:innen

  • Tobias Briker
  • Lukas Gemeinder
  • Petra Hug
  • René Schaberger

Kontakt

Bei Fragen: ">

Herzlichen Dank allen Unterstützer:innen des Theaterprojektes:

Stiftung «Freunde der TH Chur»
SWISSLOS/Kulturförderung, Kanton Graubünden
Boner Stiftung für Kunst und Kultur

Franziskus Knoll OP - Neuer Lehrstuhlinhaber für Pastoraltheologie und Homiletik

 

Interview

(Die Fragen stellte René Schaberger)

Prof. Knoll, seit dem 1. August 2022 sind Sie der neue Lehrstuhlinhaber für Pastoraltheologie und Homiletik an der TH Chur. Was ist Ihnen in den ersten Tagen und Wochen in der Schweiz insbesondere in Chur aufgefallen.

Da fällt mir zuerst die schöne schweizer Landschaft ein! Die SBB-Strecke von Zürich nach Chur ist wirklich ein Traum. Und Graubünden lädt auf jeden Fall zum Wandern ein. Dazu hatte ich mich schon im (flachen) Münsterland mit Wanderschuhen ausgerüstet. Weiter fallen mir die sehr freundlichen, zurückhaltenden und vor allem höflichen Menschen in der Stadt ein. Hier grüßt man sich auf der Straße, auch wenn man sich noch nicht persönlich kennt. Und schließlich ist das leckere Eis von Evviva Plankis auf dem Kornplatz ein absolutes Muss!

Vom flachen Rheinland hat Sie Ihr Weg in die Alpenstadt Chur geführt. Wie kam es dazu?

Im Jahr 2020 war meine akademische Qualifikation endlich so weit, dass ich mich auf offene Stellen bewerben konnte. Zu meinem Profil passten damals genau zwei Ausschreibungen – darunter der Lehrstuhl für Pastoraltheologie und Homiletik an der TH Chur. Trotzdem hatte ich lange überlegt, ob ich mich überhaupt auf die Stelle bewerben sollte. Mein Zögern lag weder an der Schweiz, noch an der Tatsache, dass die TH eine rein kirchliche Hochschule ist. Aufgewachsen an der Schweizer Grenze – genauer gesagt in der Nähe von Rheinfelden (Baden) – verband ich mit dem Bistum Chur einen gewissen Ruf. Ein genauerer Blick auf die Lehrstuhlseiten der Kolleg:innen zerstreute dann zwar meine anfänglichen Bedenken, trotzdem hätte ich mir lieber vor Ort einen eigenen Eindruck verschafft. Allein das Pandemiejahr machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Das ganze Verfahren verlief nicht nur einschließlich der Probevorlesungen digital, sondern am Ende des Gesprächs mit dem Professorium verabschiedete sich auch noch meine Internetverbindung. Ich dachte: «Das war’s. Von denen hörst Du nichts mehr.» – Umso größer war die Freude über den ersten Listenplatz und die Einladung zu einem persönlichen Kennenlernen in Chur. Denn: Die Kolleg:innen wollten keine ‘Internethochzeit’, sondern ich sollte mir vor Ort mein eigenes Urteil bilden, bevor ich mich entscheide. Und so führte mich nach neun Monaten Köln meine erste Reise in die schöne Schweiz. Am Bahnhof wurde ich von Eva-Maria Faber herzlich begrüßt und in die lokalen Gegebenheiten eingeführt. Bis heute habe ich meine Entscheidung nicht bereut.

Neben Ihren Forschungsprojekten wird auch die Lehre, die Ausbildung angehender Theolog:innen, Seelsorger:innen und Priester, eines Ihrer wichtigsten Arbeitsfelder sein. Macht es heute überhaupt noch Sinn, Theologiestudierende auszubilden?

Angesichts der Krise unserer christlichen Kirchen ist das eine wirklich berechtigte Frage. Bevor ich nach Chur kam, habe ich als Studiendekan oft Informationsgespräche mit interessierten und motivierten jungen Menschen geführt, die ein Theologiestudium aufnehmen wollten. Dabei ging mir durch den Kopf, ob ich denen ehrlicherweise nicht auch etwas über mögliche Schwierigkeiten als Seelsorger:in im kirchlichen Dienst sagen sollte. Und auch in meiner Funktion als Hochschullehrer frage ich mich: Kann ich heute angesichts der vielen Baustellen wirklich verantwortet junge Menschen für einen kirchlichen Dienst ausbilden? – Wenn mich da große Zweifel überkommen, rufe ich mir Begegnungen aus meiner eigenen Seelsorgeerfahrung in Erinnerung. Dazu gehören Begleitungserfahrungen im Krankenhaus, Trauergespräche nach einem Todesfall oder das Geschenk eines ‘Danke’ nach einem kurzen Gespräch zwischen Tür und Angel. Dann denke ich mir: Ja, Menschen auf solche Begegnungen pastoral vorzubereiten und auch akademisch zu qualifizieren macht Sinn!

Wenn Sie auf Ihr eigenes Theologiestudium und Ihren akademischen Werdegang zurück schauen, welche Persönlichkeiten und was für eine Theologie hat Sie geprägt?

Theologie habe ich an der Universität Mainz studiert. Dort traf ich auf den Neutestamentler Ludger Schenke. Nicht nur seine Auslegungen des Neuen Testaments faszinierten mich, sondern er war auch der erste und einzige Professor während meines ganzen Grundstudiums, der mich im Seminar und in der Prüfung nach meiner eigenen Position fragte: «Was ich geschrieben und gesagt habe, weiss ich. Aber was halten Sie davon?». Zu einem theologischen Weitwinkel verhalfen mir auch Lehrveranstaltungen von Armin Kreiner (Fundamentaltheologie/Religionsphilosophie) sowie die inhaltliche Auseinandersetzung mit Werken von Perry Schmidt-Leukel (Gott ohne Grenzen) oder Peter Vardy (Das Gottesrätsel). In den Jahren 2008 und 2017 führten mich längere, prägende Forschungsaufenthalte in die USA zu Christina Puchalski (George Washington University) und Carol Taylor (Georgetown University). In der Pastoraltheologie hat mich meine Doktormutter Doris Nauer mit ihrem multidimensionalen Gottes- und Menschenbild und einem damit korrespondierenden Seelsorgeverständnis nachhaltig geprägt. Als Ärztin und Theologin steht sie zudem für Interdisziplinarität, d.h. für einen Dialog zwischen Theologie und anderen Disziplinen wie zum Beispiel der Pflegewissenschaft. Von ihr habe ich auch gelernt, dass eine zu akademische und/oder «fromme» Schreibweise nicht nur langweilig ist, sondern heute keine breite Leserschaft mehr erreicht: «Das liest doch keiner!»

Wo liegen Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte? Und womit würden Sie sich gerne in naher Zukunft befassen?

Zu meinem Profil gehören – neben der Pastoraltheologie – Spiritualität in der Pflege und auch Grundlagen der Pflegeethik. Aktuell stecke ich noch inmitten eines zweiten Promotionsvorhabens in der theoretischen Medizin an der Universität Witten/Herdecke bei Prof. Dr. Arnd Büssing. In dieser qualitativen Untersuchung geht es um die Erforschung anwaltlichen Handelns von Pflegekräften für Patienten und deren Angehörige. Aus welchen Gründen und mit welchen Konsequenzen engagieren sich Pflegefachpersonen in welcher Weise über das Geforderte hinaus. Grundsätzlich sehe ich hier auch Parallelen zum diakonisch-prophetischen Einsatz von Seelsorger:innen. Das korrespondiert wiederum mit meinen Forschungsinteressen im weiten Feld von Seelsorge – insbesondere von Spiritual Care und/oder Seelsorge im Gesundheitswesen. Ein weiteres konkretes Projekt ist da schon im Blick, aber noch nicht spruchreif. Weitere werden sich ganz sicher nach der Einarbeitung ergeben.

Sie waren in Ihren ersten Wochen in der Schweiz schon viel unterwegs. Sie haben sich vernetzt und mit vielen Personen ausgetauscht. Was fasziniert Sie an der Kirche in der Schweiz?

Als Zugezogener aus dem großen Kanton will ich erst einmal die Kirchenstrukturen und die pastoralen Handlungsfelder in der Schweiz kennenlernen. Das braucht Zeit. Mit vorgefertigten Positionen, Antworten oder gar Patentrezepten halte ich mich also schön zurück. Oder anders: Im Jakobusbrief heißt es: «Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden» (Jak 1,19). Was mich aber schon jetzt fasziniert, sind in den Begegnungen die Freundlichkeit und Offenheit reformierter Kolleg:innen sowie der nationale Synodenbericht der katholischen Kirche in der Schweiz, dem es nach meiner Einschätzung an Klarheit nicht mangelt. Von dieser Klarheit braucht es künftig nicht nur mehr, sondern vor allem einen gesamtkirchlichen Prozess zu möglichen Konkretionen.

Von der Schweiz zur Weltkirche: In der Schweiz kam es in Hinblick auf die Bischofssynode 2023 zu Umfragen und Gesprächsrunden. Die Gläubigen wurden aufgefordert, sich aktiv an den diözesanen Vorbereitungsdebatten zu beteiligen. Was erwarten Sie von der Bischofssynode 2023 zum Thema «Synodale Kirche»?

Die Schweizer sind es gewohnt, durch Stimmabgabe an der Urne Verantwortung wahrzunehmen. Eine Abtretung von Verantwortung an eine höhere Ebene scheint eine eher heikle Sache. Die katholische Universalkirche tickt hier anders. Daher bin ich mir nicht sicher, ob diese Bischofssynode 2023 das richtige Forum sein wird, um abschließende Bewegungen in Themen wie Frauenordination, Pflichtzölibat oder den Umgang mit LGBTIAQ-Identitäten hineinzutragen. Gleichwohl haben die Schweizer Diözesen ihre Einschätzung und Themen gesetzt und ich bin gespannt auf die Voten der Nachbarländer – vor allem aber auf die Stimmen von Australien, Lateinamerika oder Afrika.

Wie schaut Ihr Ausgleich zum Studien-  und Forschungsalltag aus?

So ungewöhnlich es klingt: Seitdem ich im Kloster bin, wasche und bügle ich meine Sachen selbst. Dabei kann ich ganz gut abschalten. Ein mentaler Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch ist für mich auch der regelmäßige Besuch des Fitness-Studios. Darüber hinaus koche ich gerne oder mache Kurzreisen. Und in meiner «freien Zeit» nehme ich kein theologisches Buch in die Hand, sondern lese Krimis oder Thriller.

 

Am Donnerstag 29. September 2022 hält Prof. Dr. Franziskus Knoll OP an der TH Chur seine Antrittsvorlesung.
Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung wird erwünscht.

Jahresbericht 2021/2022

Der Jahresbericht befindet sich neu online: thchur.ch/jahresbericht

Infoveranstaltung Theologiestudium

Die nächste online-Infoveranstaltung findet am Dienstag, 21. Juni 2022, um 19.30 Uhr statt.

Melden Sie sich für die online-Infoveranstaltung an, Sie erhalten dann von uns einen Zoomlink:

Hier zur Anmeldung

Es informiert Sie
– Prof. Dr. Christian Cebulj (Rektor)
– René Schaberger, MTh (Rektoratsassistent TH Chur)

Postkarten der TH Chur

Sie können unsere Postkarten über das Online-Formular bestellen.

Zeitschrift Transformatio;

Rechtzeitig zu Ostern 2022 haben wir an der TH Chur eine neue Zeitschrift aus der Taufe gehoben. Die Online-Zeitschrift Transformatio; befasst sich mit Themen rund um Liturgie und Bibel, die als Sinnressourcen für neue Formen religiösen Lebens begriffen werden. Ausgewählte Artikel durchlaufen ein Peer-Review Verfahren.

https://transformatio-journal.org/

Viel Vergnügen beim Lesen und Entdecken.