Jahresthema

Pastorale Themen, die interessieren, beschäftigen, Fragen aufwerfen oder aufregen – das Pastoralinstitut bearbeitet jedes Jahr einen neuen Themenschwerpunkt. Dazu stehen pastoraltheologische, religionspädagogisch-katechetische und liturgiewissenschaftliche Bausteine bereit, die ins Dekanat oder die Pfarrei geholt werden können.

 

 

Jahresthema 2022: Heute die Pastoral von morgen vorbereiten

Die Gesellschaft verändert sich und so auch Kirche und Pastoral. Kirchenstatistische Befunde – Kirchenaustritte, Rückgang der Sakramentenpraxis, Bedeutungsverlust der Kirchen – belegen schmerzlich, was alle – Kirchenmitglieder und Seelsorger:innen – in den Pfarreien und darüber hinaus schon länger konkret erfahren. Was bedeutet dies für die Pastoral von heute und erst recht für die von morgen? Woran z.B. liegt es, dass es so schwerfällt, die Frohe Botschaft weiterzugeben? Nur wo diese und andere Fragen ehrlich und ohne Druck gestellt werden, wird man eine missionarische Perspektive, wie sie Papst Franziskus in Evangelii gaudium aufzeigt, in der Kirche entwickeln können. Es braucht hierfür ein Verständnis von Mission, das sich am II. Vatikanischen Konzil orientiert, als das aktive und öffentliche Bezeugen des Evangeliums. Denn, wenn jemand mit anderen überzeugt und überzeugend das kommuniziert, was im «risiko-reichen Prozess der wechselseitigen Entdeckung von Evangelium und Leben» (Rainer Bucher) für jemanden selbst geistlicher Lebensreichtum ist, wird er und sie auch andere Menschen vom Mehrwert des Evangeliums überzeugen können.

Angebot 1: «Herausforderungen und Ansatzpunkte» (Prof. Dr. Manfred Belok, Chur)

In der Glaubens- und Kirchengeschichte sowohl der/des Einzelnen wie der Kirche als Ganzes waren und sind Krisen immer auch Chancen. Welche Herausforderungen und welche Ansatz-punkte gilt es gemeinsam als Chance für die Pastoral von morgen wahrzunehmen und aufzu-greifen? Es braucht Analyse statt Appell, das gemeinsame Suchen mit den Menschen und ihren Lebensthemen und das Aufzeigen konkreter Wege, gemäß dem Wort des 1994 verstorbenen Bischofs Klaus Hemmerle: «Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.»

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Angebot 2:  «Erwachseneninitiation als Modell für morgen?» (Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz, Chur/Luzern)

Was im deutschen Sprachgebiet schon länger zu beobachten war, ist auch für die Schweiz Realität geworden: Es ist keine kulturelle Selbstverständlichkeit mehr, dass Eltern ihre Kinder im Säuglings- oder Kleinkindalter taufen lassen. Was ist, wenn diese Kinder später als Jugendliche oder Erwachsene den Glauben kennenlernen wollen? Auf welche Strukturen könnten sie treffen? Wie könnten sie in den Glauben und in ein Leben aus dem Glauben eingeführt werden? Das Dekret «Ad gentes» des II. Vatikanischen Konzils gab die Einrichtung eines Erwachsenenkatechumenats in Auftrag. «Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche» (Erstauflage 1972; korrigierte Ausgabe 2001) enthält verschiedene liturgische Feiern bereit, wie die Initiation in die Kirche erlebnisreich gestaltet werden kann.

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Angebot 3: „Kein Kinderkram: Erwachsenenkatechese als biografische Chance“ (Prof. Dr. Christian Cebulj, Chur)

Trotz aller bischöflichen Empfehlungen und Visionen von einer lebensbegleitenden Katechese ist die Erwachsenenkatechese in der Pastoral immer ein Stiefkind geblieben. Daran ändern auch die jüngsten Versuche vieler katholischer Bistümer im deutschsprachigen Raum nichts, der Katechese mit Erwachsenen mit Hilfe der evangelikal orientierten Alphalive-Glaubenskurse eine Frischluftzufuhr zu verleihen.  Das Holangebot zeigt anhand von Best-Practice-Beispielen aus der Intergenerationellen Katechese religionspädagogische Wege auf, wie die religiöse Biografie Erwachsener in den Pfarreien gestärkt werden kann, ohne der Versuchung des theologischen Fundamentalismus zu erliegen.

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Angebot 4: Zurück auf Los. Lebensalter und Glaubensbiographie im frühen Christentum (Prof. Dr. Hildegard Scherer, Chur)

Die ersten Christ:innen wandten sich i. d. R. im Erwachsenenalter dem Evangelium und der christlichen Gemeinschaft zu. Sie stehen damit vor einschneidenden biographischen Herausforderungen: Bisherige Errungenschaften verlieren ihren Wert, die Glaubenden finden sich wieder in der Rolle von «Kindern», die «Milch» benötigen. Konventionelle Entwicklungswege und Altershierarchien brechen. Ein Blick ins Neue Testament kann die Frage wachhalten, welche Herausforderungen sich heute stellen, wenn im späteren Lebensalter neue Schritte in der Glaubensbiographie anstehen.

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Jahresthema 2021: Miteinander Kirche sein

Wo Menschen sich versammeln, auf das Wort Gottes hören und es weitersagen (Verkündigung), Gott und das Geschenk des Glaubens dankbar feiern (Liturgie) und im Sinne Jesu handeln (Diakonie), dort entsteht kirchliche Gemeinschaft (Communio/Koinonia).

Wie wird dieses «Miteinander Kirche-Sein» in der Vielfalt gottesdienstlicher Feiern, in pastoralen Zielfindungs- und Entscheidungsprozessen (Pfarreirat), in kommunikativen Prozessen der Glaubensbildung (Religionsunterricht) und Glaubensvertiefung (Katechese) sichtbar?

Wir kommen zu Ihnen: Das Team des Pastoralinstituts der Theologischen Hochschule Chur bieten vier Weiterbildungsangebote an, die von Dekanaten, Pfarreiräte, Seelsorgeteams etc. gebucht werden können. Die Angebote können als Abendprogramm oder als Halbtagesmodul (60-90 min.) geplant werden.

 

Angebot 1: «Gemeinsam auf dem Weg» – (Prof. Dr. Manfred Belok)

Die Kirche als Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeit muss sich immer wieder neu vergewissern: Sind wir noch in der Spur Jesu? Entsprechen unsere Ziele und Handlungsent-würfe, unsere Kommunikationsstrukturen und -formen den Erfordernissen und Möglichkeiten unserer Zeit? Was in unserer Synodalen Struktur hat sich bewährt, wo muss neu justiert werden, und welche Modelle der Implementierung einer synodalen Kultur auf den verschiedenen Ebenen (Bistum, Dekanat, Pastoralraum, Pfarrei) braucht es heute?

Kontakt: , Tel.: 081 254 99 69

 

Angebot 2:  Gottesdienst ist Gemeinschaftshandeln – (Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz)

Während der Corona-Epidemie hat sich gezeigt, dass Gottesdienstfeiern sich nicht darin erschöpfen kann, dass einer – vielleicht noch mit ein/zwei anderen – Gottesdienst online «feiert» und andere zuschauen. Es wurde offensichtlich, dass Gottesdienst grundlegend gemeinschaftliches Handeln des ganzen Volkes Gottes ist. Neu bewusst wurde, dass tätige Teilnahme nicht einfach zur Liturgie hinzukommt, sondern zum Wesen der Liturgie gehört (vgl. SC 14). Die Krise vom Frühjahr 2020 kann aufrütteln, die eigene Gottesdienstpraxis zu reflektieren und die Partizipationsmöglichkeiten der Mitfeiernden neu zu justieren.

Kontakt: , Tel.: 081 254 99 96

 

Angebot 3: Mit Gott gross werden: Wenn Kinder ihre Stimme einbringen  (Prof. Dr. Christian Cebulj)

In der religionspädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass Teilhabe und Mitbestimmung von Anfang gelernt wird. Am Beispiel des Kinderparlaments zeigt der Workshop auf, welche enormen Entwicklungschancen entstehen, wo Kinder die Lebensbereiche einer Pfarrei mitgestalten. Für Kinder und Jugendliche wird Selbstwirksamkeit wird zu einer Schlüsselerfahrung des Kirche-Seins.

Kontakt: , Tel.: 081 254 99 97

 

Angebot 4: Die Weg-Menschen. Neutestamentliche Impulse zur Synodalität (Prof. Dr. Hildegard Scherer)

Nichts bleibt, wie es war: So fordern Wege heraus. Neue Schritte führen in Situationen, in denen Unvorhergesehenes wartet. Erst recht stellt sich die Herausforderung, wenn man den Weg als Gemeinschaft geht und dabei die Verbundenheit, aber auch die Möglichkeiten des Einzelnen im Blick behält. „Die dem Weg angehören“, so lautet nach Apg 9,2 eine frühe Bezeichnung für die Christusgläubigen. Welche Marken für den gemeinsamen Weg nennen die neutestamentlichen Texte, wie gestalten die ersten Christ*innen ihre Wege in den Herausforderungen ihrer Zeit?

Kontakt: , Tel.: 081 254 99 72.

Jahresthema 2020 - "C'est le ton qui fait la musique"

«C’est le ton qui fait la musique»

In jeder Kommunikation spürt man die Wahrheit dieses Sprichwortes: Der Tonfall beim Sprechen sowie der Ausdruck des Körpers sind für die Wirkung einer Aussage mindestens so wichtig wie der eigentliche Inhalt des Gesagten. Im richtigen Ton kann man alles sagen, im falschen Ton erreicht man nichts. Für alles muss der richtige Zeitpunkt, die angemessene Lautstärke und die passende Tonart gefunden werden. Das gilt für gottesdienstliche Feiern, für pastorale Prozesse und auch für jede Form von Religionsunterricht und Katechese.

Die folgenden drei Angebote bearbeiten jeweils einen Teilaspekt des Jahresthemas, bzw. beleuchten das Jahresthema aus einer Fachperspektive. Sie können individuell angefragt werden.

Angebote zum Jahresthema

Ansprechpartner

Angebot 1: Prof. Dr. M. Belok,

Angebot 2: Prof. Dr. B. Jeggle-Merz,

Angebot 3: Prof. Dr. Christian Cebulj,

Jahresthema 2019 - Wie heute von Gott sprechen? – in Seelsorge, Religionsunterricht, Katechese und Gottesdienst

Jahresthema 2018 - Partnerschaft und Familie im Brennpunkt

Jahresthema 2017 - Komplexität als Gestaltungsaufgabe

Organisation

Die drei Angebote des Jahresthemas können von Institutionen der Kirche individuell gebucht werden. Dies ist möglich in Form eines Referats von 90 Minuten, eines thematischen Halbtages oder gar als Seminartag. Sprechen Sie mit den Referenten und der Referentin ab, was Sie sich für Ihre Gruppe vorstellen.