Jahresbericht Studienjahr 2025/2026 – Entwicklungen

Finanzen

Jahresrechnung 2025/2026

Finanziell wird die TH Chur von der Stiftung Priesterseminar St. Luzi getragen. Die Geldmittel dieser Stiftung stammen zum grössten Teil aus Baurechtszinsen. Seit 2003 bezahlen die kantonalkirchlichen Körperschaften der Bistumskantone sowie der Kanton Graubünden jährlich einen bedeutenden Beitrag. Dazu kommen namhafte Spenden. Die Jahresrechnung der Stiftung Priesterseminar St. Luzi / TH Chur schliesst im Jahr 2025 bei Einnahmen von Fr. 4‘429‘076.08 und Ausgaben von Fr. 5‘062‘953.85 wegen ausserordentlichen Aufwendungen beim Priesterseminar und zusätzlichen Belastungen für die Übergabe von weiteren Baurechtsparzellen mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 633‘877.77 ab (Vorjahr Fr. 456‘472.78).

Strukturelles

Nach dem Entscheid der DOK, einen Dualen Studiengang einzuführen, und der Verabschiedung des entsprechenden Reglements bereitete die TH Chur die Adaptation der so gegebenen Rahmenbedingungen für den hiesigen Studienort vor. Ab dem Herbstsemester 2026 wird es als «Kirchliche Studiengänge Seelsorge» sowohl das bisherige «Bischöfliche Studienprogramm» als auch den neuen «Dualen Studiengang Seelsorge» geben.

Durch eine Kooperation zwischen der TH Chur, dem Theologisch-pastoralen Bildungsinstitut (TBI) sowie den Diözesen Basel, Chur und St. Gallen können Absolvent:innen des Kurses «Gemeinde leiten» seit 2025 bei Erbringen einiger zusätzlicher akademischer Leistungen optional den Hochschulabschluss Certificate of Advanced Studies: Gemeinde leiten TH Chur (CAS GL TH Chur) erwerben.

In Umsetzung ihrer Forschungsstrategie führte die Professorenschaft der TH Chur zusammen mit Prof. Dr. Rafael Walthert (Universität Zürich) als externem Evaluator eine Klausur durch, um Rahmenbedingungen, Entwicklungen und Ertrag der an der TH Chur geleisteten Forschung zu reflektieren.

Nachhaltigkeitskultur an der TH Chur. Rückblick auf das Studienjahr 2025/2026

Im Frühjahr 2024 haben sich die Theologische Hochschule Chur und das Priesterseminar St. Luzi die Strategie «Nachhaltigkeitskultur» gegeben und die Kommission für Nachhaltigkeit eingesetzt. Das damit verfolgte Ziel ist es, künftige Entwicklungsprozesse der Institutionen an den Gesichtspunkten einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten und entsprechende Massnahmen und Projekte festzulegen. Dabei hat die Kommission im Blick, dass eine Nachhaltigkeitskultur durch viele kleine, konkrete Schritte entsteht, die sowohl das äussere Erscheinungsbild von Hochschule und Seminar als auch die inneren Organisationsprozesse prägen.

Im Studienjahr 2025/2026 wurden die Bemühungen auf verschiedenen Ebenen sichtbar. So wurden auf dem Gelände etwa Exemplare der Einfachen Wiesenraute (Thalictrum simplex aggr.) ausgesät. Diese bedrohte Art ist in Graubünden nur noch an wenigen Standorten um Trin, Rhäzüns und Haldenstein zu finden. Ziel ist es, die genetische Vielfalt der Art zu bewahren und eine Backup-Population aufzubauen.

In einem weiteren Projekt entstand vor der Aula eine Ruderalfläche. Dabei handelt es sich um einen nährstoffarmen, schotterigen Boden, der spezialisierten Wildpflanzen und Insekten Lebensraum bietet.

Ergänzend wurden auf dem Areal Sitzgelegenheiten erneuert und an diversen Standorten wurden Informationstafeln angebracht die dazu einladen, die aufblühende Biodiversität im Hochschulalltag bewusst wahrzunehmen.

Im Gebäude selbst wurden im Winter 2025/2026 rund 144 Leuchten auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt, eine Massnahme, die den Energieverbrauch reduziert.

Auch in der Lehre sollen die Anliegen der Nachhaltigkeit zur Sprache kommen. In der interdisziplinäre Studienwoche im Mai 2026 unter dem Titel «Zukunft erforschen – Zukunft gestalten» war ein eigener Tag der ökologischen Verantwortung gewidmet: mit einem Vortrag von Markus Vogt (LMU München) zu zehn Jahren Laudato Si›, einer Exkursion in die Rheinschlucht sowie Kurseinheiten zu religiöser Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Das Engagement im Rahmen der Nachhaltigkeitskultur von Hochschule und Seminar wird laufend in einem Blog der TH Chur dokumentiert: thchur.ch/biodiversitaet

Informationen aus dem Pastoralinstitut

Im Studienjahr 2025/2026 hat sich das Pastoralinstitut in den Bereichen Forschung, Lehre und Weiterbildung auf vielfältige Weise engagiert:

  • Es wurde ein Reglement für den «CAS Gemeinde leiten» erarbeitet.
  • Am 26. September 2025 wählt die Hochschulkonferenz Prof. Dr. Lisa Kühn zur stellvertretenden Leiterin des Pastoralinstituts.
  • Es wurde eine Projektskizze zum Thema «Erprobungsräume» als Beitrag zur Kirchenentwicklung konzipiert.
  • Am 16.-19. Oktober 2025 nahm Prof. Christian Cebulj am IX. Weltkongress für Tourismuspastoral im Vatikan teil.
  • Am 21. November 2025 konnte der «3. Churer Kirchenmusiktag des Kirchenmusikverbandes Bistum Chur» durchgeführt werden.
  • Am 01.-02. Juni 2026 wurde im Rahmen der Aus- und Weiterbildung in Seelsorge, Spiritual Care und Pastoralpsychologie AWS Schweiz ein zweitägiges B-Modul zu den Themen Seelsorge und/oder Spiritual Care in Palliative Care angeboten.
  • Am 28.-30. Mai 2026 fand im Bischöflichen Schloss Chur eine internationale Tagung zur Mystik und Reformation im helvetischen Kontext in Kooperation mit dem Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Universität Zürich statt.
  • Am 09.-10. Juni 2026 widmete sich die 3. Internationale Tourismustagung dem Thema: «Sakrale Räume und säkulare Religion. Kulturerbe touristisch erleben».
  • Am 12. Juni 2026 tagte an der Paulus Akademie in Zürich das erste Forum Kirchenentwicklung Deutschschweiz.

 

Personalia

Ernennung Prof. Dr. Markus Müller (Kirchengeschichte und Patristik)

Am 17. Januar 2026 wurde Prof. Dr. Markus Müller zum Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Chur ernannt. Die Übernahme des Lehrstuhls erfolgt ab dem Studienjahr 2026/27.

Markus Müller wurde 1980 geboren. Nach Erwerb der Hochschulreife war er im Rahmen kirchlicher Entwicklungshilfe ein Jahr in Bolivien tätig. Danach studierte er Katholische Theologie an der Universität Tübingen und promovierte dort unter der Betreuung von Prof. Dr. Andreas Holzem. 2012 schloss er die Promotion im Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte mit der Arbeit ab: «Das Deutsche Institut für wissenschaftliche Pädagogik 1922–1980. Von der katholischen Pädagogik zur Pädagogik von Katholiken».

Nach seiner Promotion war Markus Müller in verschiedenen wissenschaftlichen Funktionen tätig. Von 2014 bis 2018 arbeitete er bei Prof. Dr. Claus Arnold als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von 2018 bis 2022 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Irene Dingel in der Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte in Mainz. In dieser Zeit fungierte er unter anderem als Sprecher des Forschungsbereichs «Mobilität und Zugehörigkeit». 2021 erhielt Markus Müller den Ruf auf die Juniorprofessur für Historische Theologie an der Bergischen Universität Wuppertal. Seit April 2022 ist er dort Juniorprofessor für Historische Theologie.

Markus Müllers Forschungsschwerpunkte liegen in der Mittleren und Neueren Kirchengeschichte sowie in der Frühen Neuzeit. In seinem Habilitationsprojekt befasst er sich mit der Rezeption und Zensur des Mainzer Dompredigers Johann Wild OFM (1495–1554). Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in der Geschichte der katholischen Religionspädagogik des 19./20. Jahrhunderts.

Die Theologische Hochschule Chur gratuliert Markus Müller herzlich zur Ernennung und freut sich, mit ihm einen erfahrenen und profilierten Wissenschaftler gewonnen zu haben, der Lehre und Forschung an der TH Chur nachhaltig bereichern wird.

Ernennung Prof. Dr. Johanna Franziska Erzberger (Alttestamentliche Wissenschaften)

Prof. Dr. Johanna Franziska Erzberger wurde am 25. Juli 2025 zur Professorin für Alttestamentliche Wissenschaften an der Theologischen Hochschule Chur ab dem Studienjahr 2026/27 ernannt.

Johanna Franziska Erzberger wurde am 1976 geboren. Sie studierte Katholische Theologie und Deutsche Philologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, im Theologischen Studienjahr in Jerusalem sowie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Ihre Promotion erfolgte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Paris-Lodron-Universität Salzburg mit dem Thema «Kain, Abel und Israel. Die Rezeption von Gen 4,1–16 in rabbinischen Midraschim».

Im Anschluss war Johanna Franziska Erzberger in verschiedenen wissenschaftlichen und lehrenden Funktionen tätig: als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Biblische Theologie mit dem Schwerpunkt Altes Testament an der Universität Kassel sowie an der «Arbeitsstelle Bücher der Kirche» der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn im Rahmen der Revision der Einheitsübersetzung. Lehrtätigkeiten im Bereich des Alten Testaments führten sie unter anderem an die Philosophisch-Theologische Hochschule Münster, an das Institut Catholique in Paris sowie an die Universität Münster.

Forschungsaufenthalte und Lehraufträge brachten sie darüber hinaus als Feodor-Lynen-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an die University of Pretoria (Südafrika), weitere Aufenthalte verbrachte sie als Lecturer an die Cardiff University (UK) und als Visiting Scholar an die Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan (Israel).

Von 2019 bis 2025 war Johanna Franziska Erzberger Inhaberin des Laurentius-Klein-Lehrstuhls für Biblische und Ökumenische Theologie sowie Studiendekanin des Theologischen Studienjahres an der Dormitio-Abtei in Jerusalem. Im akademischen Jahr 2025/2026 lehrt und forscht sie an der Hebrew University in Jerusalem. Aktuell forscht sie zu den hinter den griechischen und hebräischen Textfassungen des Jeremiabuches stehenden Milieus.

Die Theologische Hochschule Chur gratuliert Johanna Franziska Erzberger herzlich zur Ernennung und freut sich, mit ihr eine international erfahrene und profilierte Wissenschaftlerin gewonnen zu haben. Mit ihrer breiten akademischen Expertise, ihrer langjährigen Lehrerfahrung sowie ihrer ausgeprägten interkulturellen Kompetenz wird sie die TH Chur bereichern.

Emeritierung von Prof. Dr. Michael Fieger (Alttestamentliche Wissenschaften)

Zum Ende des Studienjahres 2025/2026 wurde Prof. Dr. Michael Fieger als Inhaber des Lehrstuhls für Alttestamentliche Wissenschaften emeritiert.

Michael Fieger hatte in Tübingen, Jerusalem und München Theologie studiert und in München zudem die koptische Sprache erlernt. 1989 schloss er sein Doktoratsstudium mit einer Dissertation über das Thomas-Evangelium ab.

Als Diözesanpriester der Diözese Rottenburg-Stuttgart wirkte Michael Fieger mehrere Jahre in der Seelsorge, bevor er 1995 die Leitung der Bibelpastoralen Arbeitsstelle des Bistums St. Gallen übernahm.

Nachdem er seit 1999 die Lehre am vakanten Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften der TH Chur übernommen hatte, wurde er 2001 als Professor auf den Lehrstuhl berufen. Über 25 Jahre hinweg dozierte er hier Umwelt, Einleitung und Exegese des Alten Testamentes; zudem unterrichtete er Althebräisch, um den Studierenden die notwendigen Sprachvoraussetzungen mitzugeben.

Prof. Dr. Michael Fieger war von 2003 bis 2007 Studiendekan, ein Amt, das er dankenswerterweise auch in seinem letzten Amtsjahr nochmals übernahm. Von 2012 bis 2025 war er Koordinator für die Erasmus- bzw. Movetia-Aktivitäten der Theologischen Hochschule Chur. Von 2021 bis 2025 war er Forschungsdekan; zudem war er über viele Jahre Mitherausgeber der Schriftenreihe der TH Chur.

Für die TH Chur wurden die rumänischen Wurzeln von Michael Fieger bedeutsam. Er war in Bukarest geboren worden und hatte als Sohn deutschsprachiger Eltern bis zu seinem 17. Lebensjahr in Rumänien gelebt. Seine Sprachkenntnisse und Kontakte nutzte Michael Fieger, um Verbindungen mit den Universitäten in Bukarest und Iași (seit 2017) zu knüpfen. An der Universität Bukarest war Michael Fieger von 2014 bis 2017 Assoziierter Universitätsprofessor der Katholisch-Theologischen Fakultät. Zudem war er 2016 bis 2020 Mitglied der rumänischen Theologenkommission (CNATDCU).

Von diesen Kontakten profitierten auch die Studierenden der TH Chur, insofern insbesondere Prof. Wilhelm Tauwinkl von der Universität Bukarest über die movetia-Mobilität mehrfach Gast und Referent in den Lehrveranstaltungen der TH Chur war.

2012 gründete Michael Fieger den Vulgata-Verein, dessen Präsident er von 2012 bis 2019 war. Dieser Vulgata-Verein steht an der Wurzel des 2019 ins Leben gerufenen Vulgata-Instituts, dessen Präsident Michael Fieger bis heute ist.

Ziel dieser Institutionen ist die Übersetzung und Herausgabe der Vulgata-Fassung der Bibel ins Deutsche. Zudem geht es um die kulturhistorische Erschliessung des Umfeldes von Hieronymus, auf der wissenschaftlichen Ebene wie im Sinne des Wissenschaftstransfers in die Öffentlichkeit hinein. Dazu sind im Vulgata-Institut und -Verein zahlreiche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vernetzt, die in diesem Bereich forschen. Als fachwissenschaftliches Organ erscheint seit 2017 digital die Zeitschrift Vulgata in Dialogue. So ist durch die Initiation und die Federführung von Michael Fieger ein beachtliches Forschungsnetzwerk entstanden, das ihn sicherlich auch über seine Emeritierung hinweg engagieren wird.

Während seiner Zeit an der TH Chur organisierte Michael Fieger zahlreiche Reisen und Exkursionen mit Studierenden. Zuletzt fand im August 2026 eine Reise auf den Spuren der Griechen und Römer in der Dobrogea statt. Im April 2023 reiste Michael Fieger mit Kolleg:innen und Studierenden nach Berlin, um einen Besuch im Pergamon-Museum zu ermöglichen. 2019 organisierte er eine Summerschool in Rumänien mit den genannten Kooperationspartnern.

Ein wunder Punkt ist, dass die früheren Reisen nach Israel und Palästina sich in den vergangenen Jahren kriegsbedingt nicht wiederholen liessen.

Mit einer Abschiedsvorlesung am 11. Mai 2026 unter dem Titel «Wacholder oder Ginster?», die sich Psalm 120 in der hebräisch-masoretischen Fassung bzw. zu Psalm 119 in der Vulgata des Hieronymus widmete, beendete Prof. Dr. Michael Fieger seine Zeit als theologischer Lehrer an der Theologischen Hochschule Chur.

Die TH Chur dankt Michael Fieger für seine langjährige Tätigkeit in Lehre, Forschung und Administration an der TH Chur.

Anika Trütsch MTh arbeitet als Projektmitarbeiterin am Pastoralinstitut im Forschungsprojekt "Erprobungsräume"

Im derzeitigen kirchlichen Kulturwandel möchten das Pastoralinstitut die pastoralen und personellen Herausforderungen aufgreifen und die damit verbundenen multidimensionalen Transformationsprozesse kompetent begleiten helfen. Genauer soll dies mit Hilfe pastoraler Erprobungsräume geschehen. Solche Erprobungsräume orientieren sich am Ansatz der mixed economy, also dem bewussten Nebeneinander verschiedener Formen kirchlichen Lebens. Sie befähigen und motivieren zum Experimentieren und eröffnen die Möglichkeit, Räume der Veränderung zu erproben.

Ines Schaberger MTh neue Wissenschaftliche Forschungsmitarbeiterin am Lehrstuhl für Dogmatik und Fundamentaltheologie

Ines Schaberger wird im Forschungsprojekt «Neue Lebensformen an Orten kontemplativer Gemeinschaften» mitarbeiten. Das Projekt erforscht den tiefgreifenden Wandel, den kontemplativ-klösterliche Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum durchlaufen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen öffnen diese Gemeinschaften ihre Lebensorte und -formen für neue Modelle des gemeinschaftlichen und spirituellen Lebens. Das Projekt untersucht, welche neuen Formen des Zusammenlebens sich dabei herausbilden, unter welchen Herausforderungen dies geschieht und welche Bedingungen und Dynamiken diese Transformationsprozesse prägen, um so zukunftsweisende Perspektiven zu erschliessen.

Mehr Informationen finden Sie hier: https://thchur.ch/ines.schaberger/

Verstorben: Oskar Krienbühl

Am 23. Dezember 2025 verstarb in Zürich Oswald Krienbühl, der von 1973 bis 1982 Lehrbeauftragter für Katechetik an der Theologischen Hochschule Chur war. Der theologischen Ausbildung blieb er auch nach seinem Ausscheiden aus der Lehre schon deswegen verbunden, weil er von 1993 bis 2001 als Leiter der Informationsstelle Kirchliche Berufe auch Menschen beraten durfte, die sich für einen kirchlichen Dienst interessierten. Was ihn in seinen Tätigkeiten leitete, kommt vielleicht in einem Wort von Antoine de Saint-Exupery zur Sprache, das er in einer kleinen Schrift zitiert: Wenn jemand ein Schiff bauen wolle, so müsse er nicht Menschen für die verschiedenen Arbeitsschritte anheuern, sondern sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer lehren.

Die Theologische Hochschule Chur gedenkt ihres ehemaligen Lehrbeauftragten mit Dankbarkeit. Möge seine Sehnsucht im weiten Meer des göttlichen Lebens Erfüllung finden.

Verstorben: Prof. Dr. Alois Schifferle

Am 3. September 2025 verstarb in Troistorrents Alois Schifferle. Er war von 1996 bis 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie an der Theologischen Hochschule Chur, wobei er nach 1998 ebenfalls an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt lehrte. Dort wurde er 2011 emeritiert.

Der 1945 in Leuggern geborene Alois Schifferle hatte zwischen 1970 und 1978 Theologie und Philosophie an der Universität Münster und der Universität Innsbruck studiert. 1981 wurde er mit einer Arbeit über Marcel Lefebvre und das Traditionsverständnis an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster promoviert. 1993 habilitierte er sich im Fach Pastoraltheologie an der Universität Freiburg i.Ue.. Aus dem Thema seiner Habilitationsschrift erwuchsen unter anderem die Publikationen «Mario von Galli. Leben und Werk. Einblicke in eine biographisch-werkgeschichtliche Entwicklung» (erster Teil seiner Habilitationsschrift) sowie ein «Lebenszeugnis in Wort und Bild»: «Brandstifter des Geistes. Mario von Galli SJ, 1904–1987». Auch das Thema seiner Dissertation führte er weiter, indem er sich in mehreren Schriften mit Marcel Lefebvre und der Piusbruderschaft beschäftigte.

Vor und während dieser Qualifikationsphasen war er als Religionslehrer tätig, nach der Priesterweihe als Vikar und Hochschulseelsorger.

Alois Schifferle verfolgte in einer «werkgeschichtlich-biographischen Pastoraltheologie» eine Frage, die sich in unterschiedlichen Themenfeldern widerspiegelt: Wie realisieren sich Menschen als Individuen, wie realisiert sich aber auch die Kirche handelnd in die Zukunft hinein?

In eine neue Zukunft ist Alois Schifferle nun aufgenommen. Die Theologische Hochschule Chur würdigt das Wirken ihres ehemaligen Pastoraltheologen und begleitet ihn im gedenkenden Gebet in diese Zukunft.